Business Talk der Agentur für Arbeit moderiert

Gastgeberin Ina Benad (links) und ihre Business-Talk-Gäste.
Foto: M. Greiner, Arbeitsagentur Gotha

Es ist sicherlich das revolutionärste Arbeitszeitmodell auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Bielefelder Agentur Rheingans Digital Enabler hat vor knapp zwei Jahren den 5-Stunden-Arbeitstag eingeführt. Seitdem arbeiten die 16 Mitarbeiter von montags bis freitags lediglich von 8 bis 13 Uhr – bei vollem Lohn und Urlaubsanspruch. Wie funktioniert dieses Modell genau? Welche Tücken hat es? Wie zufrieden sind die Mitarbeiter? Was sagen die Kunden? Und natürlich: Lässt sich dieses Modell auch auf andere Branchen übertragen?

Lebhafter Business Talk

Moderator Daniel Baumbach, Janine Kunz, Günter Oßwald, Eileen Sinnhöfer und Jörg Reichenbach (v.l.) Foto: M. Greiner, Arbeitsagentur Gotha

Nur ein Auszug aus einer Palette von Fragen, die sich Menschen stellen, die noch acht Stunden (und mehr) am Tag arbeiten. Zirka 120 von ihnen kamen Anfang September zum Business-Talk ins Enercon Service Center Gotha. Unter dem Motto „Zeit ist das neue Geld“ hatte die Arbeitsagentur Gotha eingeladen. Als Moderator der Veranstaltung fungierte Medienspezialist Daniel Baumbach. Und auch er hatte eine Menge Fragen, die er der Pressesprecherin von Rheingans, Janine Kunz, und den anderen Podiumsdiskussionsteilnehmern stellte. Beim 3. Business Talk waren auch die Marketingexpertin Eileen Sinnhöfer von Intent Brands aus Suhl zu Gast, ebenso wie Jörg Reichenbach von der Hermes Fulfilment GmbH aus Ohrdruf und Günter Oßwald von Federn Oßwald in Mühlhausen.

Modell funktioniert nicht überall

Das Fazit des kurzweiligen Business Talks, an dem sich auch die Zuhörer rege beteiligten, war: Das 5-Stunden-Modell funktioniert wohl nicht in allen Branchen. Der Geschäftsführer von Hermes oder der Inhaber von Federn Oßwald können sich das Modell für ihre Firmen nicht vorstellen. Ansonsten müsste in Ohrdruf eine vierte Schicht eingeführt werden, sagte Jörg Reichenbach. Auch wären fünf Stunden Arbeitspower ohne Pause im Teilelager oder in der Logistik nicht sinnvoll, meinte Günter Oßwald. Da würden die Mitarbeiter auf Verschleiß arbeiten. Janine Kunze stellte klar, auch bei einem 5-Stunden-Arbeitstag gebe es natürlich Pausen. Allerdings müssten bestimmte ansonsten normale Dinge wie Teambuilding oder ein Essen mit Kollegen in die Freizeit verschoben werden. Bei Rheingans funktioniere das gut. Marketing-Expertin Eileen Sinnhöfer konnte sich für ihre Branche das Arbeitszeitmodell vorstellen, wie auch für alle Bürojobs. Jedoch konnte sich auch Frau Sinnhöfer als Unternehmerin nicht vorstellen, wirklich nur fünf Stunden täglich zu arbeiten. Sie brauche immer deutlich länger, gestand sie.

Es war kurzweilig und amüsant, wie man sieht. Foto: M. Greiner/Arbeitsagentur Gotha

Der Moderator

Medienspezialist Daniel Baumbach ist Diplom-Journalist und arbeitet hauptberuflich als Pressesprecher für die Stadt Erfurt. Zuvor war er 22 Jahre als freier Fernsehjournalist für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) tätig. Er ist zertifizierter Medientrainer und erfüllt die Kriterien des Bundesverbands der Medientrainer Deutschland e. V..  Daniel Baumbach moderiert freiberuflich auch Veranstaltungen – vom Fachsymposium bis zur Abendgala und ist bundesweit als Produzent von Dokumentationen und Imagefilmen tätig (Berufspraxis).

Medienspezialist Daniel Baumbach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.